Tagung: Hochmittelalter - Narrative und alternative Deutungen in europäischer Perspektive (Mainz, 25.-27.03.2026)
Die deutsche Epochenbezeichnung „Hochmittelalter“ hat ihre Ursprünge in der im 19. Jahrhundert entfalteten Meistererzählung deutscher Königs- und Kaisergeschichte. In der Zeit der Ottonen, Salier und Staufer habe das Reich einen Höhepunkt europäischer Machtentfaltung erlangt. Nicht nur politisch, sondern auch kulturell käme diesen zentralen Jahrhunderten des Mittelalters herausragende Bedeutung zu: der Zeit der Kathedralen und Burgen, der Ritter und des Minnesangs, aber auch der Städtegründungen und des sozialen Aufstiegs von den Ministerialen bis zum Bürgertum. Auch die Forschung des 20. Jahrhunderts geizte nicht mit positiv verstandenen Etikettierungen –„Aufbruch“, „dynamischer Wandel“, „Ausdifferenzierung von weltlicher und geistlicher Gewalt“ oder „Verrechtlichung“, „Funktionalisierung“, und „Institutionalisierung“ – das hohe Mittelalter ist demnach immer die Zeit grundstürzender Veränderungen.
Erstaunlich ist, dass über diese wirkmächtigen Narrative, die das historiographische Feld strukturieren, nur selten grundsätzlicher diskutiert wurde.
Das Tagungsprojekt setzt hier an. Nach einer einleitenden, historiographie- und wissenschaftsgeschichtlichen Sektion werden in den einzelnen Beiträgen Themen, die als charakteristisch für das Hochmittelalter angesehen werden, vorgestellt und alternative Deutungen entwickelt.
Den Flyer und das Programm zur Tagung finden Sie hier zum Download.
In Zusammenarbeit mit / gefördert durch:
- Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
- Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
- Bergische Unversität Wuppertal
- Ruhr Universität Bochum
- Universität Freiburg
- RWTH Aachen
