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Das Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität Freiburg in den ersten beiden Jahrzehnten seines Bestehens: Personen – Strukturen – Konzepte.

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Im November 1941 gründeten der Mediävist Hans-Walter Klewitz und der Altgermanist Friedrich Maurer das „Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität Freiburg“. Die vor allem seitens des außeruniversitären „Alemannischen Instituts“ heftig umstrittene Gründungsinitiative speiste sich aus wissenschaftlichen wie wissenschaftspolitischen Faktoren. Ziel sollte die Errichtung einer universitär verankerten „Fachwissenschaft der geschichtlichen Landeskunde“ Südwestdeutschlands aus, die der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen sollte, nach dem Vorbild ähnlicher Institute in Marburg, Bonn und Erlangen. In den ersten Jahren seiner Existenz führte das Institut allerdings eher ein Schattendasein, das vornehmlich bei Anträgen auf Haushaltszuwendungen dienlich war. Die wenigen aus dem Institut hervorgegangenen Arbeiten dieser Zeit standen in deutlicher Nähe zu der grenzüberschreitenden kulturpolitischen Propaganda des Nationalsozialismus.

Nach dem frühen Tod von Klewitz im März 1943 übernahm im Sommer 1944 Gerd Tellenbach den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und die Leitung der historischen Abteilung des Instituts, die er bis 1963 innehatte. Nach 1945 zunächst inaktiv, wurde das Institut mit Beginn der 1950er Jahre durch Tellenbach und seine Schüler, wie etwa die späteren Ordinarien Josef Fleckenstein und Karl Schmid, wieder mit Leben gefüllt. Sie verknüpften landesgeschichtliche Themen, vor allem Adelsgeschichte, mit einer auf prosopographische Studien ausgerichteten Mediävistik, die weit über Freiburg hinaus ausstrahlte. Die von Beginn an nur sehr lose geführte Kooperation mit den Germanisten wurde 1980 gänzlich aufgehoben und die Landesgeschichte erhielt über mehrere Jahre eine eigenständige Leitung. Seit 1999 ist die Abteilung erneut personell mit dem Lehrstuhl für Früh- und Hochmittelalter verbunden.

Das Projekt nimmt die Geschichte des Instituts und speziell der Abteilung Landesgeschichte als universitärer Forschungseinrichtung in den Blick, ebenso deren einzelne Leiter und Mitarbeiter und deren Stellung in den akademischen Netzwerken ihrer Zeit. Zudem sollen die in Freiburg entwickelten Themen und Konzepte der mediävistischen Landesgeschichte, deren zeitbedingte Auswahl, Eingrenzung und Ausgestaltung sowie ihren Einfluss auf den Fachbereich im Allgemeinen untersucht werden. Die Konzentration liegt hierbei zunächst auf der Zeit zwischen 1941 und bis in die 1960er Jahre hinein unter den (Mit-)Direktoren Hans-Walter Klewitz und Gerd Tellenbach.

Ein vorläufiger Abschluss des Projekts ist auf das Jahr des 75jährigen Jubiläums der Gründung 2016 terminiert.

Projektbearbeiter: Dr. Andre Gutmann


Bislang aus dem Projekt hervorgegangene Publikationen:

  • GUTMANN, Andre: Zwischen Barbarossa, Gauforschung und Wehrmachtsvorträgen – Hans-Walter Klewitz als Vertreter der Freiburger Mediävistik 1940–1943, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 161 (2013), S. 377-426.
  • GUTMANN, Andre: Hans-Walter Klewitz (1907 bis 1943). Ein Landeshistoriker im National-sozialismus, in: Momente. Beiträge zur Landeskunde in Baden-Württemberg 3/2013, S. 13.
    Ein weiterer Aufsatz zur Institutsgründung ist in Vorbereitung.

Weitere Literatur:

  • ZETTLER, Alfons / ZOTZ, Thomas: Die mittelalterliche Landesgeschichte an der Universität Freiburg i. Br., in: Landesgeschichte in Deutschland. Bestandsaufnahme, Analyse, Perspektiven, hg. von Werner BUCHHOLZ, Paderborn 1998, S. 269-277.
Bildnachweis: Speisesaal des Hotel Schotzkys, heute die Landesgeschichtliche Bibliothek,
Stadtarchiv Freiburg im Breisgau

 

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